Mit dem Beginn Welpentreff, im Jahr 1995, bestand die Möglichkeit sich mit anderen Welpenbesitzern zum Austausch zu treffen, in der es hauptsächlich um Spiel und Spaß der Welpen untereinander ging. Das hat sich im Laufe der Zeit schnell verändert.

Die Gruppenzusammenstellung einer Welpenstunde gestaltet sich oft schwierig, da sich Welpen nicht immer im gleichen körperlichen und geistigen Entwicklungstand befinden. Ängstliche, schlecht sozialisierte oder traumatisierte Welpen, die aus fragwürdigen Verhältnissen kommen, sind oft übermäßig ängstlich und im Freispiel oft total überfordert. Daher findet das Welpenspiel in einem abgegrenzten, überschaubaren Areal statt, wenn notwendig in getrennten Gruppen. Das Spielverhalten der Welpen wird genau beobachtet um bei möglichen Fehlverhalten eingreifen zu können. Erfahrungsgemäß gelingt nach einem „schonenden Einstieg“ nach einiger Zeit die Integration in die bestehende Gruppe.

Persönliche, langjährige Erfahrungen haben gezeigt das in großen und ständig neu strukturierten Welpengruppen kein intensives weiteres Sozialisieren stattfindet. In den ersten Lebenswochen sind Welpen auf Schutz und Sicherheit angewiesen und orientieren sich an Personen, die dieses wichtige Grundbedürfnis erfüllen. Verlässliche Rituale, körperliche Nähe und „richtiges“ Spielen sind wichtige Bausteine damit die Bindung gefördert und gefestigt wird. Futter erzeugt eine hohe Erwartungshaltung gegenüber dem Halter und kann die Bindung wesentlich festigen.  Geschickte soziale Komponente wie z.B. verbales Lob und Streicheln vor der Futtergabe erfüllt die sozialen Erfordernisse und erzeugt beim bewussten Ausbleiben von Futter keine Frustration, da die anderen sozialen Möglichkeiten das Futter mit der Zeit ersetzen.

Falsch verstandene Freizügigkeit gegenüber dem Welpen mit zu vielen Freiräumen sind nicht immer sofort erkennbar, spätestens aber mit Einsetzen der Pubertät. Erfahren Hunde erst mit dem Älterwerden ihre ersten unausweichlichen einschränkenden Maßnahmen, kann der Hund das nicht verstehen. Das soziale Umfeld eines Hundes verändert sich im ersten halbenLebensjahr rasant. Von „auch ist der süß“ zum „der muss aber noch erzogen werden“. Anspringen und Belästigen als Welpe erwünscht, als pubertierender Flegel nicht mehr.

Um positive und disziplinierte Verhaltensweise, mit zunehmendem Alter, abrufen zu können darf der Fokus nicht auf möglichst hohen Maß an Freiheit gerichtet sein.  Ein disziplinierter Start ins neue Hundeleben verursacht keine Verhaltungsstörungen in Sachen Sozialisierung und Umweltprägung.

Klare Grenzen und Regeln sind wichtig. Gut sozialisierte erwachsene Hunde sind nicht grundlos oft sehr streng mit Welpen, wenn Maßregelung oder Korrekturen erfolgen.

Welpenstunden sollten keine „Quasselstunden“ sein. Hundehalter sollen nicht unentwegt miteinander erzählen, sondern besser ihre Welpen beobachten um zu erkennen was habe ich da für einen „Typ an der Leine